Einmal Indien, bitte!

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In 46 Tagen kommt mein Flieger nach Bangalore.

Innerhalb von 46 Tagen muss ich ausreichend Spenden sammeln, mein Visum beantragen, mich impfen lassen, alle Ärzte ein letztes Mal aufsuchen, einen Koffer kaufen, und mich von meinen Freunden und meiner Familie verabschieden. Und das ist noch längst nicht alles! Alles aufzuzählen, das würde zu lange dauern.

Indien, ein Land mit offiziellen Sprachen aber über 100 tatsächlich gesprochenen Sprachen wird ein Jahr lang meine Heimat sein. Genauer gesagt Südindien, der Bundesstaat Tamil Nadu und die Stadt Pudupakkam, in der Nähe von Chennai. Zur Küste ist es gar nicht so weit! Ich schätze mal so 40 Kilometer.

In Pudupakkam ist ein Projekt ansässig, das vom AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. (American Field Service) unterstützt wird. Jedes Jahr werden dorthin 2 Freiwillige als unterstützende Lehrkräfte an einer Schule entsendet, die außerdem einen Teil der Übernachmittagsbetreuung übernehmen und auch mal im Büro aushelfen.

Ich bin schon ganz aufgeregt, und kann es noch gar nicht so recht fassen. Im Winter letzten Jahres habe ich eine Menge Bewerbungen geschrieben, aber so richtig den eigenen Wunsch hatte ich noch nicht, wenn ich ehrlich bin. Der kam dann aber ganz schnell, von 7 Bewerbungen bekam ich eine Absage, eine wurde zu spät eingereicht, und fünf Einladungen zu Auswahlseminaren. Ich konnte jedoch nur an Vier teilnehmen, da sich die Termine überschnitten. Die Organisation SFD bat mir direkt einen IJFD-Platz an, doch ich hatte Furcht, dass ich die 3500€ Spenden nicht aufbringen kann. Dann bekam ich eine Absage nach der anderen, nur der AFS setzte mich auf die Warteliste. Ich hatte mich schweren Herzens damit abgefunden, mein FSJ in Deutschland zu machen, und war überrascht, wie traurig ich war.

Doch dann:

Vom AFS bekam ich eine Mail, in der geschrieben wurde, dass es ziemlich wahrscheinlich ist, dass ich noch einen Platz bekomme. Dann, 3 Wochen später schreiben sie, dass es wohl doch eher unwahrscheinlich ist, da ich mich auch auf weltwärts-Projekte eingeschränkt hatte. Meine Hoffnung erreichte ihren Tiefpunkt. Zu Unrecht! Denn 12 Stunden später bekam ich DIE Mail, die mir mitteilt, dass ich einen Weltwärts-Platz in Indien bekomme! Das war morgens um 7 Uhr, irgendwann in meiner Abitur-Prüfungsphase, die Mail hat mich aus dem Bett aufspringen lassen, ich machte Luftsprünge und jubelte.

Als gestern dann die Mail mit der Projektzuweisung kam, freute ich mich erneut. Es ist nicht ganz meine erste Wahl, aber immerhin meine Zweite. Und eigentlich, standen beide auch auf der selben Stufe.

Freitag geht’s dann nach Hann. Münden. Ich werde mit insgesamt 10 Leuten, die mir allesamt vollkommen unbekannt sind, im Zug dort anreisen.

Ich freue mich drauf!

Einmal Indien, bitte!