Indien, ein Land in dem man lernt zu misstrauen.

Zumindest sollte man das. Aber da ich bisher noch nicht viele schlechte Erfahrungen beim Bus fahren oder Zug fahren oder Rikksha fahren oder Taxi fahren gemacht habe, bin ich dann wohl doch ein bisschen zu…. „unvorsichtig und gutglaeubig “ geworden. Regel Nummer 1 beim Reisen: Keine aufreizenden Klamotten tragen. Regel Nummer 2: Lasse niemanden bemerken, wie viel Geld du dabei hast! Besonders nicht wenn es VIEL ist. Deshalb, habe das Geld fuer Bus etc in einer gesonderten Tasche.

Soweit die Theorie. Ich war heute fuer 5 Minuten in Chennai. Bis mir aufgefallen ist, dass mein Geldbeutel weg ist. Wie es dazu kam , gibt es in dem folgendem Maerchen zu lesen.

Es war einmal, vor knapp 3 Stunden, ein kleines Maedchen, das eine Reise zu einem Ort voller Wunder antreten wollte, der Shopping Mall in Chennai. Um dieses sagenumwogene Ziel zu erreichen musste das Maedchen mit Namen Sarah aber eine gefaehrliche Busfahrt von 2,5 Stunden ueberstehen! Es lauern ueberall boese Gestalten, die durch nette Worte versuchen das Geld der Unschuldigen zu stehlen, oder sogar schlimmeres.

Sarah war jedoch ein bisschen naiv. In ihrem Leben hatte sie zwar staendig von dieses Gestalten gehoert, aber sie nie gesehen. Vielleicht dachte sie, sie seien einfach nur Bestandteil der oertlichen Maerchen. Ihre Mutter bereitete sie so gut es geht auf die Reise vor, und tat einige Poori mit Chutney in ihre Tiffin-Box, gab ihr eine Flasche Wasser und riet ihr, das Geld fuer den Bus gesondert zu verstauen. Denn das Maedchen wollte sich zusaetzlich zu neuer Kleidung auch noch zwei dieser neuartigen Geraete besorgen. Eines zum Sprechen mit Menschen, die meilenweit entfernt waren, und eines zum Lesen von digitalen Buechern. So packte es also viele Tausend Rupien in ein kleines Saeckchen, und dieses in ihre Tasche. Die Tasche besass noch ein extra Fach mit Reisverschluss, in welche Sarah dann das Busgeld steckte. 

Zunaechst lief alles gut. Die Gestalten glichen doch eher Menschen als boesen Ungeheuern, und sie fuehlte sich sicher. Als sie dann den Bus in der Naehe von Chennai wechseln musste, viel ihr auf, dass das Kleingeld nicht fuer die Fahrt mit dem teuren AC Bus, in dem sie da schon sass, reichen wuerde. Sie musste also entgegen aller Regeln ihren zweiten Geldbeutel hervorholen, und mit einem der mehreren dutzend 500 Rupien Scheine bezahlen. Aber sie dachte sich nichts dabei, es war ja kein Monster in Sicht – scheinbar.

Das sie sich geirrt hatte, merkte sie dann, als sie aus dem ueberfuellten Bus ausstieg. Ihre Tasche war ein Stueck offen, gerade genug, dass ein Arm hereingreifen und etwas herausholen konnte. Neben der Tiffinbox und der Flasche wasser hatte sie nur ihr Asthmaspray und  ein altes, fast kaputtes Handy dabei. Die Kreditkarte war zusammen mit dem Busgeld – und einem Mangobonbon- sicher in der gesonderten Tasche in der Tasche verstaut. Zum Glueck. Das Maedchen war geschockt, und ploetzlich glaubte sie in jedem Menschen eines der boesen Ungeheuer zu entdecken. Der Traum von neuartigen Zauberdingen und farbenpraechtigen Kleidungststuecken war geplatzt. Fast ihr gesamtes Erspartes hatte sich in Luft aufgeloest. Mit Muehe und not konnte sie die Traenen zurueck halten. Sie aergerte sich nicht nur ueber die Menschen, sondern viel mehr ueber sich selbst. Warum hatte sie nicht auf ihre Mama gehoert? 

Erleichtert stellte sie fest, dass das verbliebene Busgeld noch fuer die alten , nonAC Busse nach Hause reichen wuerde. 

Und die Moral von der Geschicht, missachte den Ratschlag deiner Mutter nicht!

Was ich jetzt mache? Meine Mama anrufen. Wuerde ich zumindest, aber ich fuerchte, die ist grade einkaufen… 😥

Ich mag grade nicht positiv denken, aber eins habe ich dadurch gelernt: Ich werde mein Geld nur noch vor Ort abholen, und nie wieder mit grossen Summen reisen.

Weihnachten und Silvester

Weihnachten und Silvester waren fuer mich ganz nett. Grade zu der Zeit habe ich meine Familie besonders vermisst, und an Silvester hatt ich Fieber. Aber wir hatten mal wieder ein Lagerfeuer und singende/trommelnde/tanzende Inder dabei. Trotzdem, da fehlte was. Ich habe allerdings mal wieder was leckeres gekocht, und da fuehle ich mich gleich mehr zu Hause.

Die „Neue“ ist da!

Ich bin mir grade nicht mehr so sicher ob ich es schon mal erwaehnt hatt, aber ich sollte ja eine neue Freiwillige bekommen! Und jetzt ist sie seit etwas mehr als einer Woche da und wir verstehen uns super! Sie ist super nett, kennt die Namen unserer Kinder jetzt schon besser als ich und hat eine grosse Beobachtungsgabe! Ich glaube sie wird sich sehr gut in das Projekt einfuegen und Reisen mit ihr wird bestimmt auch ein Spass! Obwohl ich sie zu anfang wegen ihrem extremst schmalen Koerperbaus fuer ein wenig „sensibel“ hielt, nahm sie alle Komplikationen sehr schoen gelassen auf. Denn davon gab es schon eine Menge!

Eigentlich sollte sie am Samstag morgen ankommen, damit wir am Abend nach Mahabalipuram fahren um am Sonntagmorgen mit Raj, einem sehr guten Freund von mir, in seine Heimatstadt, Tanjavur, zu reisen. Es war naemlich mal wieder ein Tamil Nadu Festival, mit namen Pongal. Dann war aber in Bangalore Busstreik, weshalb Nadine, so heisst sie naemlich, erst am fruehen Morgen des Samstages in den Bus steigen konnte. Sie kam dann abends in Chennai an, wo wegen Pongal tierischer Verkehr das benutzen der Strassen zu einem unmoeglichen Unterfangen machte. Sie kam also erst spaet abends an, und es waere viel zu stressig, wenn nicht sogar unmoeglich gewesen, sie noch nach Mahabs zu holen, wo ich mich zu dem Zeitpunkt schon befand, da Freunde auf mich warteten. Ich liess mein Handy im Projekt, um Nadine erreichen zu koennen und ihr mitzuteilen, wie es jetzt weiter gehen wuerde. Sie wollte den Sonntag gerne im Projekt verbringen und kam dann Montag Mittag endlich an. Wir sind dann auch hier geblieben, fuer Tanjavur war es dann zu spaet. Aber ich glaube wirklich, Mahabalipuram ist der perfekte sanfte Einstieg ins indische Leben. Sie sagte das zum Schluss sogar selbst. Ich freue mich auf jeden Fall sehr ueber ihre Anwesenheitund bin mir sicher, dass wir eine gute Zeit haben werden!

Viel neues vom Projekt gibt es nicht. Es gefaellt mir immer noch gut, aber das Englisch der Kinder ist wirklich schlecht… Ich soll versuchen mit einem Buch zu arbeiten in dem kurze Geschichten ueber die moralischen Richtlinien Gandhis stehen, eben extra fuer Kinder. Die Kinder verstehen aber einfach die Sprache nicht. Fuer ein Lektion muesste ich bestimmt 3 Stunden einplanen, aber so lange koennen sie sich nicht konzentrieren. Naja, vielleicht finden Nadine und ich zusammen eine Loesung.

Ich fange jedoch auch langsam an die Heimat zu vermissen. Manchmal denke ich soetwas wie: Boah, jetzt ’nen Doener. Aber das gibts hier nicht. Und dann denke ich mir, dass ich das nicht denken sollte, weil ich noch 5,5 Monate hier bin. Ein kleines Heimwehtief habe ich mit Nadines Ankunft auch ueberwunden, und es geht wieder bergauf. Ich freue mich schon darauf, Ende des Jahres im Schnee umherzuwandern.

Ich mache natuerlich fleissig Fotos, und habe mir vorgenommen im Laufe der Woche einige neue Fotos hochzuladen, und vielleicht auch das Design des Blogs zu aendern. Ausserdem muss ich mal wieder mit meinem Workout anfangen. Nadine und ich haben einen Pakt geschlossen. Ich nehme 10 Kilo ab, und sie nimmt 10 Kilo zu. Dann wiegen wir gleich viel und koennen unsere Klamotten teilen 😀 Ich muss sie noch davon ueberzeugen, dass sie mich waehrend meines Workouts Kekse-essend anfeuert. Dann klappt das!

 

3 wundervolle Wochen…

… habe ich nun schon in meinem Projekt verbracht. Und ich muss ganz erhrlich sagen:

ES IST FANTASTISCH!

Die letzten Wochen habe ich die Zeit im Internetcaffee mit langen Gesprachen mit Familie und guten Freunden verbracht, und allen, die noch nichts mitbekommen haben, denen wird nun geholfen!

Ich arbeite jetzt in einen 200 Seelendorf in der Naehe von Chengalput, Venkata Puram Village. Meine Schuleheisst Gnanoyana High School, ca 60 Kinder leben dort, genau wie ich auch. Ich unterrichte 4 Stunden am Tag Englisch und Abends beschaeftige ich mich noch ein paar Stunden mit den Suessen.

Warum ich dieses Projekt so toll finde, obwohl ich mitten in der Pampas bin, alleine, und eigentlich nie so wirklich zur Ruhe komme? Ganz einfach, es ist genau das, wofuer ich hergekommen bin.

Die Eltern der Kinder, die in der Schule leben haben alle Lepra, und die Gesellschaft geht davon aus, dass aus diesen Kindern nichts werden kann. Ohne diese Schule wuerde ihnen also keine Bildung, keine Chance zukommen. Die Eltern der Kinder aus der Gegend sind zu 50% Bettler, und auch sie waeren ohne diese Einrichtung chancenlos. Hier zahlt niemand Schulgebuehren, und auch das Essen und die Uniformen, sowie die Buecher und Schultaschen werden von der Schule gesponsert. Niemand ausser den Kindern kann hier profitieren. Im finanziellen Sinne. Die Lehrer werden natuerlich bezahlt, und auch ich profitiere, genauso wie das Management und der Schulleiter. Aber ich glaube wir profitieren auf eine anderen Ebene, auf einer eher Emotionalen!

Die Kinder sind die Liebsten, mein Zimmer ist rech komfortabel und wirklich gross, ich kann bei dem dort wohnenden Lehrerpaerchen warm duschen, das Essen ist lecker, ich habe 5 Hunde, der Schulleiter ist ein froehlicher Mann, die Lehrer sind lieb und schlagen die Kinder nicht (vor meinen Augen??) und die Tatsache dass nichts drum herum ist hat zur Folge, dass ich ne Menge Geld spare. Ich habe endlich das Gefuehl von Nutzen zu sein, und nicht einfach austauschbar. Die Kinder sagen mir schon jetzt, dass sie in 7 Monaten weinen werden, wenn ich gehe.

Ich bekomme leider keine Gastfamilie, da der Transport zur Schule nicht sicher gestellt werden kann. ABer ehrlich gesagt, finde ich das jetzt gut! Wie sonst soll ich die Kinder abends in den Arm nehmen, weil sie ihre Eltern vermissen? Wer wuerde dann meine Haare schoen machen und meine Naegel unordentlich lackieren? Ausserdem haben wir zwei Koechinnen aus dem Dorf, unglaublich liebe Frauen die mir als Mama und Oma vorgestellt wurden. Diese Woche haben sie mich mit ins Dorf genommen, aus allen Haeusern kamen meine Schueler gerannt und haben mich in ihre Familie gebracht, ich hatte ein 10 Tage altes Baby im Arm und durfte mich integriert fuehlen. Ich bekomme so auch indische Kultur mit, ohne zu fuerchten, dass ich die Kinder alleine lasse!

Ich bin gluecklich, uebergluecklich! Den Stress mit dem alten Projekt war es auf jeden Fall wert. Fotos werden folgen!

PS: Nachdem mein Handy vor geraumer Zeit gestohlen wurde, habe ich mir heute ein Weihnachtsgeschenk gegoennt. Ein neues Handy(Second Hand)!  WhatsApp AHoi!

I’m singing in the rain…

I’m singing in the rain! what a glorious feeling, I’m happy again!

Genau, ich bin wieder gluecklich! Also, zumindest glaube ich, dass ich das werde 🙂 Ich habe naemlich nun Informationen ueber mein neues Projekt bekommen! Aber starten wir doch lieber bei dem Grund, warum ich fuer einige Tage UEBERHAUPT gar nicht erreichbar war.

Letzte Woche hatte ich meine quarterly evaluation, das heisst, alle weltwaerts und IJFD Freiwilligen von AFS sind zusammen gekommen! 47 Teilnehmer und ca 10 Mitarbeiter von FSL India waren dabei. Getroffen haben wir uns in Kundapur, ich bin zusammen mit Annelie im Zug von Chennai nach Mangalore und dann im Bus bis nach Kundapur. Eigentlich sollte unsere Koordinatorin mit uns fahren, aber sie hat den Zug verpasst.

(Das war ganz schoen lustig, denn anschliessend ruft sie MICH an, ganz panisch, und fragt MICH was sie denn jetzt tun sollte. Auf meinen Vorschlag den naechsten Zug zu nehmen antwortet sie, dass der zu spaet kommt. Also schlage ich ihr vor mit der Rikksha zum CMBT (groesster Busbahnhof in Indien) zu fahren und einen Bus zu nehmen. Aber NEIN, sie will unbedingt Zug fahren. Naja, ich hab sie trotzdem lieb.)

Von Kundapur ging es dann in die Berge! 4 Stunden ueber holprige Wege, ins Nirgendwo. Wirklich, da war nichts ausser Wald, Natur und Bergen um uns herum! Diese Aussicht! Wunderschoen. Und es wurde bitterkalt in den Naechten, ich musste mich richtig dolle in meine 3 Decken einmummeln. Fuehlte sich fast an wie zu hause. Das Seminar hat mir neben meinem neuen Projekt auch wieder viel Motivation gegeben. Was aber auch am Projekt liegt.  Viele neue Moeglichkeiten.

Mein Projekt ist….

…in Chennai…

…eine Highschool (Kinder im Alter von 3-16)…

… und zum Teil auch Wohnort der Kinder!

Es ist einfach sooo fantastisch. Zunaechst werde ich im Projekt leben, ich soll Englisch und Mathe unterrichten, und dadurch, dass viele der Kinder im Projekt leben, werde ich auch nach der Arbeit mit ihnen arbeiten koennen! Hier ist endlich Zeit und Platz fuer Kreatives! Ich kann Gitarrenunterricht geben, ein Theaterstueck inszenieren, einen Film drehen, ALLES!
Und das Beste kommt noch!

Ich bekomme ausserdem eine Gastfamilie! Die muss zwar erst noch gefunden werden, aber Rubini hat es mir ausdruecklich versprochen! Ich hatte ihr zuvor erzaehlt, dass mir die indische Kultur fehlt, dass es zwar ganz schoen ist, hier so westlich zu leben, aber es ist definitiv nicht das wofuer ich hier bin! Und sie hat mich verstanden, ihr moeglichstes gegeben und das PERFEKTE Projekt gefunden! Ich arbeite in einer Schule, mit der Moeglichkeit mich kreativ einzubringen, ich bekomme eine Familie UND muss meine neu gewonnenen Freunde in Chennai/Mahabalipuram/Vellore nicht verlassen. Ich kann weiter Tamil lernen, denn grade in den letzten Wochen habe ich hier viele Fortschritte gemacht.  Ich bin wirklich gespannt. Und voller Vorfreude 🙂

 

Aus und vorbei.

Unsere Cheffin hat uns gefeuert. Man fragt sich natuerlich warum.  Ihrer Meinung nach sind wir nicht an den Kindern interessiert, nehmen zu viel frei und haben ja auch generell keine Lust auf unsere Arbeit.

Ich hatte vor einigen Tagen einen kleinen Unfall, und zwar habe ich mir den Nagel vom grossen Zeh abgerissen. Wie genau das passiert ist, kann ich nicht erklaeren, eigentlich bin ich nur von meinem Sitzkissen aufgestanden. Muss wohl haengen geblieben sein. Es tat auf jeden Fall hoellisch weh und hat geblutet und all sowas. Zum glueck schleppe ich Desinfektionsspray und Iod-Salbe immer mit mir rum. Ich habs verbunden und bin am naechsten Tag zum Doktor. Der mir dann 3 Tage frei gegeben hat. Anschliessend habe ich meine Cheffin angerufen und ihr alles erklaert. Die meinte dann ploetzlich, dass sie eine Alternative braeuchte.

Ich will kurz anmerken, dass ich innerhalb der letzten 3 Monate 2 Tage Urlaub genommen habe, und an 2 weiteren Tagen krank war. Jeder Freiwillige hat 22 Urlaubstage, demnach 2 pro Monat. Hier kann mir eigentlich doch niemand was vorwerfen, oder?

Naja, am naechsten Tag bekomme ich einen Anruf von Katha.

Wir sind beide gefeuert.

Zu den genauen Gruenden werde ich ein ander Mal was schreiben, da ich ja gar nicht vor Ort war, und nur das weiss was Katha mir gesagt hat. Fakt ist jedoch, dass Ruth nach dem Gespraech mit Katha noch mit Rubini telefoniert hat. Aber sie hat ihr nicht erzaehlt, dass sie uns gefeuert hat! Das ist doch nicht normal! Heute morgen habe ich mit Rubini telefoniert, und war total geschockt, dass sie nichts davon wusste. Und ihr mitggeteilt, dass ich unter diesen Umstaenden nicht weiter in dem Projekt arbeiten kann und moechte. Das ist verstaendlich oder?

Ich weiss nicht wie es jetzt weiter geht, aber jetzt ist Diwali, DAS Lichterfest! Ich fahre nach Auroville 🙂 Ich bin schon gespannt.

Fuer alle die sich wegen meines Zehs sorgen: Es ist ok. Der Nagel wird bald abfallen, die Wunde ist geschlossen, es tut nur noch ein bisschen beim Laufen weh. Vielleicht ist der Zeh einfach nur ein bisschen gestaucht oder so.

Fazit: Vielleicht ist es gut, dass all das passiert. Vielleicht bekomme ich nun doch eine Gastfamilie und ein Projekt in dem ich WIRKLICH gebraucht werde. 100% Zufrieden war ich hier ja nicht. Ich hoffe nur, dass ich nicht all zu weit weg muss. Ich habe grade angefangen mich zu Hause zu fuehlen…P1010160

Mein erster kompletter Sonnenuntergang ohne stoerende Wolken. Alles wird gut! Immer positiv denken. Es kommt, was kommen muss. Maktub.

Zug fahren innerhalb von Chennai…

… Ist anders als die Langstrecken! Man kauft für 5 rupies ein Ticket am Schalter und gesellt sich zu den vielen Indern am Gleis. Dann kommt ein völlig überfüllter Zug an. Einige wollen raus, alle wollen rein. Aber ein rein gibts dann nicht mehr, nur noch ein „dran“. Ich stand mit einem Fuß in der Tür, habe mich innen an einer Stange festgehalten… Naja, der Rest von mir war dann außerhalb des Zuges. Ganz schön anstrengend muss ich sagen. Zum Glück waren es nur 15 Minuten also 3 Haltestellen. Aber ich muss sagen, es macht SPASS!!

Ansonsten ist hier nicht viel passiert. Katha und ich hatten vor kurzem ein Streitgespräch mit unserer Cheffin, aber das ist wieder gut. Am Donnerstag war dann unsere Koordinatorin da, und die hat sogar gesagt, dass Ruth, also die Cheffin, zu ihr gesagt hat, dass sie sehr glücklich mit mir ist. Und das ich so weiter machen soll. Außerdem hat sie mir versichert, dass ich eine Neue Freiwillige bekomme, wenn Katha weg muss. Das sind tolle Neuigkeiten, weil alleine in kelambakkam ist es doch etwas langweilig. 🙂

Außerdem mache ich erste Fortschritte mit meinen Kindern. Ich hab mit all meinen Klassen Tests geschrieben, und die meisten kannten immerhin 50% der antworten. Und wenn ich sie nach „nutriens“ Frage kommt als Antwort nicht mehr Reis und Käse.
Die 5. Klasse kann jetzt ein paar deutsche Wörter… “ Kartoffeln haben große Ohren“. Das heißt für die jetzt: “ shall I drink water? „. Ein bisschen Spaß muss sein 🙂

Außerdem waren puja holidays. 5 Tage frei, die ich in Mahabalipuram verbracht habe. Viel gelesen, viel spazieren gegangen und auch viel gegessen. Dafür bekomme ich nächste Woche endlich ein Fahrrad, dann kann ich auch Sport machen. Und wenn alles klappt, dann ist die erste Surfstunde nächstes Wochenende. Ich muss mal fitter werden, ich glaube ich habe zugenommen!! Aber meine Jeans aus Deutschland passt noch 😀

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An diesem einsamen Strand habe ich begonnen mein neustes Buch zu lesen. Es heißt “ white tiger“… Es zeigt, eingeflochten in die Lebensgeschichte eines indischen Mannes, viele Missstände in Indien auf. Sehr gut geschrieben, sehr fesselnd.

2,5 Monate bin ich schon hier, die Zeit verfliegt… Ich überlege schon, ob ich mein Visum verlängere, damit ich nach Ende des Projekts noch ein bisschen weiter weg reisen kann. Eine Zugfahrt nach Delhi dauert 32 Stunden!! Aber ich muss ja zum AFS Nachbereitungsseminar zurück sein. Und da steht noch kein Datum fest, erst wenn ich das weiß kann ich weiter machen 🙂

Einmal Indien, bitte!