Mein typischer indischer Wochenablauf

Seitdem Nadine da ist, hat sich so einiges geändert. Zumindest was meinen Arbeitsablauf angeht. Der Stundenplan, den mir der Headmaster zu Anfang gegeben hat, hat sich nämlich ständig mit den Stunden anderer Lehrer überschnitten, weshalb wir Diesen nun verworfen haben.

Stattdessen haben wir uns die Stundenpläne der Kinder selbst mal angeschaut und schnell begriffen, dass wir jeden Tag in der 1. Stunde zur 7. Klasse, und in der 2. Stunde zur 8. Klasse gehen können, um dort Englisch zu unterrichten. Wir haben den Kindern nun schon beigebracht ihre Gefühle auszudrücken ( mit Wort UND Tat), sie können nun die Uhr lesen und im Moment arbeiten wir sehr hart daran ihnen verständlich zu machen, wie man korrekt die position eines Gegenstandes angibt. Also auf, unter, über, vor, hinter, rechts, links, zwischen und sowas. Wir malen dabei immer viel an, lassen die Kinder zur Tafel kommen, sie müssen selbst Fragen vormulieren und Gegenstände positionieren. Als wir mit dem Unterricht begonnen haben, hieß es noch oft: “ No english! Please! Games!“ Aber das haben wir jetzt seit 2 Wochen nicht mehr gehört. Die Kinder sind auch endlich relativ ruhig, bleiben sitzen und haben uns während der Schulzeit als ihre Lehrerinnen akzeptiert. Das ist ein wirklich gutes Gefühl!

Anschließend gehen wir ein bisschen in die Kindergartengruppe, und spielen Spiele mit den Kindern. Und lehren ganz nebenbei auch Englisch 😉 Vor der Mittagspause gehts dann meistens noch in die Küche, zum Eier schälen oder Gemüse schnippeln. Dabei haben wir immer sehr viel Spaß, weil wir auch ein bisschen mit den Frauen rumschäkern ! Die sind einfach zu goldig!

Am Nachmittag sind dann alle Lehrer ganz motiviert und alle Klassen sind voll. Manchmal können wir eine Klasse in die Bibliothek entführen, aber das ist eher die Seltenheit. Daher machen wir erst mal einen kleinen Mittagsschlaf, gehen noch mal in den Kindergarten und helfen den Frauen erneut in der Küche.

Mein Höhepunkt ist immer die Chai-Pause um 15 Uhr!

Wenn die Schule dann aus ist, machen Nadine und ich meistens spontan irgendwas. Wäsche waschen, duschen, aufräumen, einen Spaziergang ins Dorf, uns mit den Kindern beschäftigen, mit den Frauen unterhalten und was sonst noch so ansteht. Um 21 Uhr gibt es dann Abendessen, und das war’s dann auch. Ab ins Bett, vielleicht noch etwas lesen, oder den Anfang – bzw. das Ende – eines Filmes schauen, schlafen, und das ganze geht von vorne los.

Nächste Woche sollen wir allerdings theoretisch eine vernünftige work schedule bekommen, mal schauen was kommt.

Am Wochenende geht es dann immer nach Mahabs, wie vermutet ist Nadine genauso verliebt in den Ort wie ich. Aber ich esse nun auch hier fast ausschließlich indisch. Mir ist die Lust auf Sandwich und CO vergangen 😀

Außerdem hatte ich letzte Woche mein Half-Stay-Seminar. Es war schön, ich habe neue Ideen für das Projekt und neue Motivtion bekommen, ein sehr entspanntes 2,5 Stunden langes Gespräch mit meiner Koordinatorin über Gott und die Welt, Kinder Schokobon und Bueno, leckeres Essen und eine tolle Zeit. Und ich kann nicht fassen, dass es in 5 Monaten schon zurück gehen wird!

Achso, mein Laptop ist wieder repariert, von daher kann ich nun ein paar Fotos hochladen!

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2 Kommentare zu „Mein typischer indischer Wochenablauf“

  1. Na…
    …das hört sich doch richtig gut an! Danke.
    Um deine vielfältigen Erlebnisse beneide ich dich echt und freue mich zugleich mit dir, dass du dieses große Abenteuer eingegangen bist – niemand wird dir das Erlebte mehr nehmen können!
    Und dass du schon in 5 Monaten wieder hier bist… …da kannst du mal sehen, wie es ist, wenn wir alten Leutchen uns manchmal fragen: „Wo ist denn bloß die Zeit geblieben…?“
    Ganz liebe Grüße – ich drück dich!
    Dein Öp

  2. Schnucki 😀
    Also falls du nichts anderes geplant hast, kommst du doch schon in 4 Monaten zurück – nicht erst in 5 ! Oder ?

    Danke für den informativen Bericht und die vielen neuen Bilder.
    Leb jeden Tag bewusst und nimm die Erfahrungen und Eindrücke in deinem Herzen auf, wir denken täglich an dich.

    Herzlichste Grüße von
    Mami, Papi Sven , Sunny, Flori und allen kleinen und größeren Gartentieren !!

    PS.: Na das mit der Wassermelone testen wir dann doch direkt mal im Juli !! Aber selbstgepflückte schmecken wahrscheinlich 1000 mal besser ! 🙂

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