Eine Zugfahrt, die ist… LANG!

Ich saß 19 Stunden in diesem Zug, der von außen aussah, als würde er jeden Moment auseinander fallen, und von innen auch. Nach dem ersten Panikanfall, war dann aber alles gut. Aber ich will doch vorne anfangen.

Los ging es um 17 Uhr in Kundapur. Daya, der Koordinator von FSL meinte, dass alle 10 Minuten ein Bus nach Mangalore fährt, von dort geht es dann mit dem Zug weiter. Naja, ich stehe da an der Haltestelle und ein Bus nach dem anderen kommt an. Man muss dazu wissen, digitale Anzeigen mit der Richtung gibts nicht, stattdessen schaut ein Inder raus, und statt zB Udupi ruft er “ Udpiiiudpiiiiudpiii“. Man muss dann immer fragen, ob der Bus zur gewünschten Stadt fährt. Ich frage also immer nach Mangalore, aber es kommt als Antwort:   „Udpiiiudpiiiiudpiii“ Irgendwann erlärt mir ein netter  Inder, dass ich dort auch umsteigen kann, also steige ich kurzerhand in einen recht leeren Bus. Im Bus treffe ich ein nettes indisches Ehepaar, das auch nach Mangalore muss, die mir dann meinen nächsten Bus zeigen. Ich sitze dann noch mal 1,5 Stunden im Bus nach Mangalore, Räucherstbchen brennen, eine Ganeshastatue ist mir Blumen behangen, und indische Musik dröhnt in Diskolautstärke durch den Bus. Ich LIEBE es, wirklich!

Dann komme ich mal zu meinem Panikanfall: In Mangalore nehme ich ne Riksha zur Railstation, 20 Rupien, also 26 cent. Dort angekommen muss ich meinen Platz rausfinden. Daya meinte, ich könne einen Polizisten fragen. Ich mache es, aber der kann kein Englisch und sagt mir immer wieder, dass das dort mein Zug ist. An den Zugtüren hängen endlos lange Listen, mein Name steht aber nicht drauf! PANIK! Ich laufe noch mal in die Empfangshalle, und finde dort noch mehr Listen. Und als ich dann das System verstanden habe, finde ich auch meinen Namen. Sleeper, S6 39. Wagon S6 ist schnell gefunden, aber dadrin ist es stockduster! Zum Glück ist die Taschenlampe schnell gefunden, dadurch auch mein Platz. Ich hiefe meine Sachen nach oben, freue mich über meine kürzlich erworbene Decke lege mich hin, und wenige Zeit später bin ich auch schon eingeschlafen. Ich habe besser geschlafen als in den lezten 5 Tagen, um 8 Uhr mache ich die Augen wieder auf, bleibe noch etwas liegen, esse einige Kekse und trinke einen Schluck Wasser. Ich treffe die Entscheidung, von da an so wenig wie möglich Flüssigkeit zu mir zu nehmen, damit ich nicht auf Klo muss. Es hat funktioniert. Ca 15 Uhr komme ich in Chennai an, treffe dort auf Katharina, und gemeinsam machen wir uns auf den Weg nach Hause.

Über mein „zu Hause“ für das nächste Jahr schreibe ich demnächst noch 🙂

Reisen in Indien macht Spaß, wenn man es zulässt. Ich habe mich mit dem ein oder anderen Inder gut unterhalten, alle sind immer sehr interessiert, wo man her kommt, was man in Indien macht, wie lange man bleibt. Aber wenn man sagt: “ Ich möchte jetzt wieder mein Buch lesen.“ Dann lassen sie einen auch in Ruhe.

Ich schaue frohen Mutes auf mein Jahr. Ich bin glücklich und zufrieden mit der gesamten Situation. (Morgen gibts die versprochenen Fotos!)

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3 Kommentare zu “Eine Zugfahrt, die ist… LANG!”

  1. Hurra ! Endlich angekommen – diese Zugfahrt war ehrlich gesagt der Teil, wo Sven und ich uns am meisten gesorgt haben…

    Wie gut, dass du nun sicher am Ziel angekommen bist (und hoffentlich auch noch alle wichtigen Dokumente bei dir hast) ! 🙂
    Ich sag ja, wenn du deinen Kopf anschaltest und tief durchatmest, dann kannst du alles schaffen !!

    Wir küssen dich und senden dir Grüße aus dem kühlen, grauen und verregneten Deutschland – und sind gespannt wie nix auf die Fotos ! 😀

    Mami

  2. Uff, da fällt mir ein Stein vom Herzen, dass du endlich da angekommen bist wo du hin wolltest. Ich hatte mit dem Zugfahren nie so viel Glück – huier in Deutschland! Einmal war ich im Falschen >Zug, dann vergass ich beim Umsteigen meinen Rucksack … Na ja, jetzt habe ich ja einen Fahrer.
    Alles Liebe
    dein altes banges Ömchen

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